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Out- takes und In- sider

Eine kleine Sammlung an Wortspielen und komischen Situationen, die wir in unseren zwei Wochen miteinander geteilt haben…

Str-str-Straßentheater im A-a-anatomiegarten um 12 um 12, Hundehaufen hinter der Bühne, Coliiiiiin, Rakete, blaues Auge, kommt ihr eigentlich hinterm Mond, was dich nicht stärker macht – macht dich härter, sänk you maama, ich glaube ihr glaubt mir nicht, butter butter butter, viel Spaaaaß, Chicaaaaas, wie geil ist dus tin, jalla isch schwöre da is tirex auf der straße, ich kenn auch ein Film mit Prinzessin, ich fande das nicht so ansprechend, ist diese Disharmonie gewollt, den Herzog würde ich auch nehmen, nette Nette, der Gastgeber, Pussy is schlimmer als nur Mädchen, Respekt – das eine Mädchen hätte auch ein echter Junge sein können, cool City – fresh und nice, Schneekönigin, Marianneeee, Mutter Theresa, heilige Barbara, große Gruppen sind träge, Opti, Jan<3, Ein Punkt Abzug, Pipi rapido, meine Lust bekommt Gewicht, Schnuffeltuch, Ich bin süchtig nach kleinen süßen Ponys, Billo Lappen, könnt mir gerne aufs Band quatschen, Bettina mit den Legoohringen, Hängaa, die vom Zirkus, nur eine Frage: wie seid ihr darauf gekommen, liebe BUKO pharma Kampagne wie wärs mit einer Namensänderung, wir skypen dann, tschüssi wuhuuu, Helge Schneider, Ich glaube wir haben die falschen erwischt, dann lügt ihr mich jetzt schon an…, Raffa, war ok, oh wie schöööön, das ist aber ne süße Idee, Urzeitfliegen – die will ich auch zuhause haben, die Rote, kleine Motte, herzlichen Glückwunsch – sie haben recht, das wirkt nicht auf der Straße…, Machen wir heute ne Einleitung, bist du mutig- nein aber schlau, was ist denn mit der hübschen DAM da los, und wer will jetzt Schauspieler werden, das Groupie Pärchen, sind sie der Tim, der Schweine-Rockstar, Bonbons lesen, Manu die Reimkönigin, You look fucked up, ranzige Hippies, Ohrenschmalz kann man nicht essen- Ohrenschmalz kann man doch essen (ein Selbstversuch), Fußpilz kann man anbraten, mit Pferden ist nochmal schöner, Friedrich ist der Dümmste, die Von-Rudno-Dynastie, die schönste Rute – nicht die Schnellste, Thermomixparty, Aber Ei ist ja vegan…, Was habt Ihr für ein Problem, Mackenmassage, der Creep, Geh niemals joggen in Vans, Ihr macht dann Puppentheater oder, die Toilette war primär nicht für euch gedacht, Zuhause hab ich schon genug Theater, Kaffeetrinker leben einen Monat länger, Nackt in Münster, das Haus ist das schönste in der ganzen Nachbarschaft, Nudeln mit Brösel und Apfelmus, Colin der Bauer, Eheprobleme, wir laufen jetzt einundhalb Stunden zum See und dann wieder zurück, in Lorch kippte die Stimmung, Jeder sagt einen Satz…, man darf sich nicht enthalten, Kriiiiseee, findet ihr das normal, the mask eats the face, „farming“, wer hat Glück, Scheiß Demokratie, und wie finanziert ihr euch, wann sind wir endlich daaa, wer fährt im Auto, chill mal – eigentlich wären wir grad noch am Biggesee, hat schon jemand das Wlan Passwort, wie alt seid ihr – ihr müsst doch noch zur Schule, Tipp für nächstes Jahr: Essensbeauftragter, …drum kommen wir mit einem Lied daher – oh Neeein, Das Lied müssen wir nochmal üben, sowas müssen wir uns an der Berufsschule anschauen, Wer hat denn mit euch die Stimmbildung gemacht, die schöne dünne Blonde, Unser Abdruck…oder wars – worauf es ankommt…, Und sonst, Das ist genau was ich brauche, Wie viel Trinkgeld sollen wir geben, Das ist typisch deutsch, das schlimmste ist falsche Höflichkeit, ist die Flasche Privateigentum, Hüftschwung, wir sind wie eine Großfamilie, Frühstücksfee und Hauself, little Holywood, Pipi Langstrumpf, Asalemalekum, die Genehmigung bring ich morgen vorbei, ich glaube mein Kaffee wird kalt, groß – blond – arbeitslos (alles dasselbe), Persönlichkeitscharakterisierungen anhand der Zimmer, Stachel – Highheels, was man in der ersten Nacht in einem neuen Haus träumt geht in Erfüllung, Myrna willst du auch mit joggen, Alkoholbeauftragter, schöner Tach heute, lass mal Raddd fahren, weisch, voll, saucool, Omma, da komm ich wech, ist das dir

nach der Tour ist vor der Tour. Wir verabschieden uns fürs erste. Zumindest wird’s jetzt erst mal keine Bilder und Blogeinträge mehr geben:( (TRAUER!!)

Jedoch werden wir euch trotzdem noch ab und zu hier auf unserm Blog Tipps zeigen, wie ihr helfen könnt den Klimawandel aufzuhalten und werden weitere Links für Interessierte zu verschiedensten Themenbereichen bereit stellen.

Danke für eine grandiose Tour!

eure

Bibi, Don Juan, Lupi, Roxane, Elsa, Daff, Roswitha, Ottilie, Anastasia, Kofi und Industriel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kalter Kaffee und ein regenreicher Abschied

Der letzte Tag (bzw. „Tach“) brach an. Nachdem wir am Tag zuvor so früh hatten aufstehen müssen, war es fast schon Luxus ausschlafen zu können. In Manuelas kleiner Wohnung trafen wir uns alle wieder zum Frühstück. Eine kleine Herausforderung, wenn man bedenkt, dass die Wohnung sechzehn Quadratmeter groß ist. Aber den Schreibtisch als Buffet nutzend, funktionierte das in fliegendem Wechsel im Sinne von „Reise nach Jerusalem“. Der eine stand auf, der nächste besetzte dessen Sitzplatz.

Ein paar von uns fuhren anschließend den Hänger in die Stadt, während der Rest dorthin spazierte, einmal durch den Park zum Schloss, über den Marktplatz und an einigen der dreiundvierzig Kirchen von Münster vorbei.

Der Platz hier war sehr mini, weshalb wir einiges hin und her rangierten, bis wir zufrieden waren, trotz einer großen Robinie, die seitlich auf unserer Bühne stand mit einigen angeketteten Fahrrädern. Wir gaben nochmal alles! Schrien was das Zeug hielt und versuchten unsere Emotionen so groß wie möglich zu machen. Viele Freunde und Bekannte waren extra vorbei gekommen, aber auch ohne dieses „angemeldete“ Publikum füllten sich die Bänke mit den Passanten, die meist so gebannt zuschauten, dass die Busse, die direkt daneben vorbei fuhren, teilweise ausweichen mussten, weil auch einzelne Zuschauer mitten auf der Straße stehen geblieben waren und den Verkehr um sich vergaßen.

Der Nachmittag neigte sich dem Ende zu und plötzlich stand die Dernière unausweichlich vor uns. Wir hatten schon öfter erwähnt gehabt, dass wir ein paar kleine Dinge ändern könnten, einzelnen Personen Streiche spielen könnten und so weiter, aber konkret war das nie geworden. So starteten wir mit unserem Motivationsschrei hinter der Bühne und gaben uns ein aller letztes Mal High Fives, bevor Myrna laut den Dinorhytmus auf der Cajon zu trommeln begann. Das Stück wurde zur Impro. Zwar versuchten wir alle wichtigen Sätze die fürs Verständnis wichtig waren einzubauen, aber das Drumherum wurde so verändert, dass wir lachen mussten bis die Tränen kamen und die Zuschauer uns nur verwundert anschauten. Da wurde der Bäuerin plötzlich ein Heiratsantrag vom flüchtenden Herzog gemacht, der Kaffee der Garde wurde kalt, zum Kohlelied des Industriellen wurde spontan getanzt oder die Dinos tauschten für die Schlussszene Kostüme. Wir hatten unseren Spaß! Und dadurch, dass wir uns so konzentrieren mussten, weil wir nicht wussten was gleich noch passieren wird, waren alle voll bei der Sache.

Bei Klaus durften wir danach entspannen. Bei Kaffee und Tee saßen wir im Wohnzimmer auf den Sofas und schauten zu wie einige von uns Kuscheltiere zum leben erweckten. Nach dem Abendessen zogen wir nochmals um. In die Wohnung von James in die Innenstadt, der selbst gerade nicht zuhause war. Für uns war das praktisch, denn so waren wir am letzten Abend alle vereint und konnten ohne groß nachzudenken wie wir heimkommen sollten, losziehen und die Stadt unsicher machen.

Spät in der Nacht kamen wir Grüppchenweise wieder zurück und wollten gar nicht erst wissen, wie wenig Stunden uns nur noch bis zum Frühstück blieben. Das gabs nämlich wieder bei Klaus.

Leckere Brötchen und eine volle Tafel erwarteten uns hier. Laura fehlte schon. Sie war noch bevor wir anderen aufgestanden waren aufgebrochen zum Bahnhof. Und auch wir mussten uns jetzt verabschieden. Es war nicht leicht nach diesen intensiven zwei Wochen zu gehen, ohne ganz sicher zu wissen wann man sich wiedersieht. Aber die Erinnerung bleibt und wir leben in einer modernen Welt, in der es Smartphones gibt. Aber weil das schon fast wieder zu viel ist, haben wir viele die mittlerweile Aussteiger sind was Handys angeht: WhatsApp…die sammeln viel zu viele Daten…naja, wie wärs dann mit Rauchzeichen? Wir werden sehen.

 

Der frühe Vogel frühstückt nicht.

Weil wir heute in der Schule auftreten sollten und das schon um 07:55!!! Überlegten wir uns sehr gut, wie wir es denn schaffen könnten, die Zeit am Morgen so gering wie möglich zu halten, damit wir so lange wie möglich schlafen konnten. Uns kam die Idee, unser Frühstück auf die Fahrt zu verlagern um hier eine komplette Stunde einzusparen. Wir hatten deshalb am Vortag schon Brote gerichtet und siehe da, wir schafften es, mit nur neun Minuten Verspätung vom Parkplatz zu rollen! Es war noch Dunkel um uns herum und die Straßen waren noch leer und ruhig.

Die „Horrorschule“ wie wir sie insgeheim immer genannt hatten, weil wir uns seit Beginn der Tour vor dem frühen Aufstehen an diesem Tag gefürchtet hatten, entpuppte sich als echt coole Überraschung. Nach den Vorstellungen im Hof, die heute irgendwie echt schwungvoll und energiegeladen waren, teilten wir uns auch hier wieder in verschiedene Gesprächsgruppen auf. Viele Diskussionen waren auch hier sehr interessant und die Schüler zeigten, dass sie mehr von Klimawandel und den Ideen wie man ihn verhindern kann verstehen, als man manchmal so annimmt. Die Lehrer lobten uns in den höchsten Tönen und wir verließen nach einem Mittagessen in der Mensa die Schule mit dem guten Gefühl, die Schüler wirklich zum Nachdenken angeregt zu haben.

Auch heute Mittag mussten wir wieder einiges an Strecke zurücklegen. Der eigentliche Übernachtungsort, ein Naturcampingplatz an einem schönen See wurde demokratisch kurzfristig abgelehnt, aufgrund des plötzlichen Kälteeinbruchs der im Laufe des Vormittages stattgefunden hatte. Manuela kam die Idee bis nach Münster durchzufahren und bot an bei ihr und einer Freundin zu übernachten. Gesagt, getan. Schon auf der Autobahn waren wir uns sicher die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Es begann nämlich zu regnen und zu winden. Auch die Pullis und langen Hosen wurden nun seit langem einmal wieder aus den Rucksäcken gekramt.

In Münster angekommen lernten wir noch Julia kennen, die einen Teil unserer Gruppe bei sich beherbergen würde und gingen mit ihr gemeinsam noch arabisch essen. Zur Abwechslung wurde zum trinken nicht wie sonst immer Mineralwasser bestellt, sondern warmer Tee, so herbstlich war es plötzlich geworden.

 

 

 

Fünf auf einen Streich

Aus den großen Plänen für den Abend wurde nur ein kleiner Abstecher in die Bar „Lino´s“. Die Musik war zum tanzen für uns leider kaum geeignet, weshalb wir, sehr zum Leidwesen des Besitzers, anfingen unsere Liedtexte vom Theaterstück auf den Beat anzupassen. Nach einigen wenigen Liedern spielte er solch eine Rausschmeißmusik, dass wir nur noch einen schönen Spaziergang zurück zum Hostel machen wollten.

Mit einem fruchtlosen Frühstück starteten wir in den Tag. Mitten auf der längsten Einkaufsstraße Deutschlands, im Zentrum der Heidelberger Innenstadt durften wir für unser Stück die Bühne aufbauen. Mit fünf Vorstellungen hintereinander stellten wir an diesem Tag einen neuen Rekord auf. Zwischendrin hatten wir leider etwas Ärger wegen eines Zauberers, der gerne den selben Platz wie wir genutzt hätte: Einige von uns hatten ihren Spaß daran ihm beim zaubern zuzuschauen, während der Rest unserer Truppe versuchte den Start der nächsten Vorstellung zu initiieren.

Die Saunaszene wurde hier so gefeiert, dass uns sogar Geld hinterhergeworfen wurde! Eine ganze Schulklasse schaute begeistert zu, obwohl sie eigentlich gerade mitten im Geocaching waren. Einige Jugendliche meinten wir währen wohl „stoned“ und zwei Frauen unterhielten sich lautstark über den tollen Thron, der, ach wie kreativ, gleichzeitig ein Klo war und sie stimmten ein Gekicher an. Alles in allem war unser Auftritt „ok“ wie eine Passantin anmerkte, die für diesen Kommentar extra noch zum Infostand gekommen war. Daraufhin wechselten wir nur ein paar verständnislose Blicke…und fragten uns was das jetzt wohl bedeutete.

Traurig ließen wir diese wunderschöne Stadt hinter uns, um noch weiter nach Frankfurt zu fahren. Auf dem Gelände der Universitätsklinik durften wir im Studentencafé „KOMM“ übernachten. Madara führte uns durch die Räume und anschließend zum Essen in ein westafrikanisches Restaurant. Nachdem wir die Karte lange genug angestarrt hatten und trotzdem nur Bahnhof verstanden, baten wir die Bedienung um etwas Unterstützung bei der Auswahl. Schlussendlich entschieden wir uns für einen großen Mischmasch aus allem und für jeden einen Teller dazu.

Heute wurde draußen gefrühstückt, denn Madara hatte leider nicht frei und bevor die Arbeit losging musste alles picobello hinterlassen und abgeschlossen sein. Eigentlich besser für uns, denn so kamen wir endlich einmal rechtzeitig los. Jan legte auf einen Anruf von Colin noch einen Sprint am Morgen ein, um wenigstens eines unserer Autos vor der Ticketkontrolle zu retten. Denn die Frist war um Acht abgelaufen…so kassierten wir leider ein Knöllchen für den PKW:(

Der heutige Auftrittsort war wieder einmal eine Schule. Hier durften wir in einer Kapelle spielen und unsere Zuschauer füllten den kompletten Raum. Das war sehr motivierend. Und vor allem lachten sie auch super viel! Die unpassenden Sprüche von Luisa, die sie in ihrer Rolle als Heldin, in jeder erdenklichen Situation von sich gab, wurden von viel Gelächter begleitet. Nach unserem Auftritt (nur ein Einziger!) trafen wir uns jeweils noch in Kleingruppen, um mit den Schülern weitere Ideen zu sammeln was man selbst gegen den Klimawandel tun kann, sie zu fragen wie das Stück ankam und nochmals zu wiederholen, mit welchen Krankheiten die Charaktere zu kämpfen hatten. Die meisten Gespräche waren sehr konstruktiv und manche stellten sogar Rückfragen wie: „Was tut ihr denn für den Klimaschutz?“ oder „Trinkt ihr Kaffee?“ Da mussten wir zugeben, dass an einigen Stellen in unserem Alltag auch noch ein hohes Potential an Verbesserung besteht!

Es war sehr schön endlich mal wieder etwas früher am nächsten Übernachtungsplatz anzukommen. Heute ein Gemeindehaus. Den Mittag verbrachten wir im Garten der evangelisch-methodistischen Gemeinde. Begleitet von Orgelmusik oder dem Posaunenchor spielten wir Gitarre, lernten für die Uni, brüteten über Black Stories oder behandelten unsere Blasen, die noch vom Barfußlaufen auf dem heißen Asphalt kamen. Über die Dusche hier freuten wir uns auch ganz besonders. Vor allem die sportlichen, die noch eine Runde durch die Natur gedreht hatten.

 

 

 

Das Leben ist kein Ponyhof

Zäh verlief der Aufbruch vom Ponyhof. Ob es an unserer fehlenden Motivation, diesen schönen Ort zu verlassen, lag oder an unserer allgemeinen Trägheit, sei einmal offengelassen. Jedenfalls gab es immer wieder einen Grund, warum wir doch noch nicht aufbrechen konnten.

Unser Weg führte uns zuerst durch wunderschöne Natur, vorbei an Sonnenblumenfeldern und über die Schwäbische Alb, bevor wir in Ulm Meisterleistungen vollbringen mussten, was das Befahren von haarsträubend engen Gassen anging. Wir hatten den gesamten riesigen Platz vor dem Ulmer Münster für uns. Fast zu groß fanden wir. Es war schwer so laut zu sprechen, dass es raumfüllend klang und die Sonne brannte uns ungeschützt auf den Kopf. Bevor wir spielen konnten mussten wir zuerst noch ein klein wenig warten, bis ein Orgelkonzert im Münster um war. Zwei Greenpeacer waren hier mit dabei uns verteilten passend zum Thema Informationsmaterial über den Hambacher Forst. Zwischen den Auftritten konnten wir uns immer wieder im Brunnen erfrischen, der direkt hinter unserer Bühne vor sich hinplätscherte. Das Wasser war so schön kalt, dass manche sogar ihren ganzen Kopf darin versenkten. Um unsere ganzen Handtücher die noch vom Vortag nass waren zu trocknen, spannten wir eine Wäscheleine zwischen unseren zwei Kleiderständern und sahen fast ein bisschen aus, als wollten wir uns wohnlich auf dem Platz einrichten. Das Publikum war im Großen und Ganzen sehr interessiert und freute sich, dass wir uns für das Klima einsetzen. Nur die Hitze inmitten des großen Platzes sorgte auch bei den Zuschauern für verminderte Zahlen, wobei sich viele in einiger Entfernung im Schatten niederließen. Nach einem Eis packten wir dann relativ früh schon zusammen und machten uns auf den langen Weg nach München.

Wie eine Blechlawine rollten die Autos in München durch die Straßen und bis wir beim Gesundheitsladen unser Gepäck abgeladen und die Autos anschließend an einer anderen Stelle in der Stadt geparkt hatten, waren mehrere Stunden vergangen. Total erledigt hingen wir an unserem Übernachtungsort in den Stühlen, bis sich alle endlich eingefunden hatten und wir zum Asiaten eingeladen wurden.

Heute Morgen mussten wir früh aufstehen um unseren Anhänger noch vor dem Auftritt vom Westfriedhof zu holen. Obwohl wir rechtzeitig gestartet waren, kamen wir auch heute wieder zu spät. Der Verkehr war einfach unglaublich und zu allem Unglück wurden wir auch noch von der Polizei angehalten. Jan wurde auf Drogen untersucht…(nur weil wir ein bisschen Alternativ aussahen mit unserem bemalten Hänger?) Auf die Frage ob wir unterwegs zum Hambacher Forst unterwegs wären, antworteten wir alle mit einem klaren: Nein, da kommen wir her! Gefunden wurde nichts und so durften wir irgendwann weiterfahren.

Von den Veranstaltern von „Green City“ bei denen wir auftraten als Zirkus verkannt, spielten wir auch hier in einer unglaublichen Hitze. Drei Vorstellungen mit jeweils nur einer Viertelstunde Pause dazwischen zehrten sehr an unseren Kräften. Bei der letzten Vorstellung meinte ein Herr in der ersten Reihe, er wäre von unserer Königin als besonders mutig herausgesucht worden und stand unerwarteterweise plötzlich mit uns anderen Helden auf der Bühne. Etwas perplex versuchten wir die Szene irgendwie zu retten, was Manuela auch super meisterte, indem sie nochmals verkündete sie werde jetzt von uns, drei auswählen, die sie auf die Reise schicken werde und suchte ihn leider nicht heraus.

Wir waren alle froh, als wir den vielen Trubel in der Stadt hinter uns lassen konnten, auf der Autobahn endlich an Fahrt gewannen und im Auto vor uns hindösen konnten. Mittagspause machten wir gemeinsam auf einem Rastplatz, bevor wir unseren endlos erscheinenden Weg nach Heidelberg fortsetzten. Nachdem von Party zur Musik über Dobble spielen, Kekse snacken und Schnarchen alles abgehakt war, kamen wir auch unserem Ziel Heidelberg immer näher. Der PKW war schon da und hatte eingecheckt, sodass wir ziemlich direkt mit Manfred der uns schon erwartete beim Döner  zu Abend aßen. Ob der Abend schon vorbei ist wird sich jetzt zeigen. Manche scheinen noch motiviert zu sein die Stadt unsicher zu machen…

 

 

Hoch die Hände Wochenende

Viel zu früh für unsere Verhältnisse mussten wir am Samstag schon aus den Federn. Schon am Frühstückstisch wuselten die Enkelkinder von Marianne und Günter um uns herum, die noch spät Nachts angekommen waren und beäugten uns teils neugierig, teils misstrauisch.

In Wetzlar auf dem Eisenmarkt angekommen, war die Sache für uns entspannter als sonst, da unsere Gastgeber  bereits eine Bühne für uns aufgebaut hatten. Drei Vorstellungen gaben wir hier zum Besten und schon zur Mittagszeit waren wir fertig. Die Auftritte waren mäßig gut besucht, jedoch kamen einige vom Vortag vorbei (wie zum Beispiel Nette, die auch eine Packung veganer Gummibärchen vorbeibrachte) und die Meisten, die nach den Vorstellungen noch am Infotisch vorbeikamen, waren sehr positiv eingestellt und freuten sich über unser Engagement. Ein Mann erzählte, er habe bei dieser Hitze dieses Jahr total oft Herzrasen bekommen und sei seitdem sehr überzeugt, dass dieser Klimawandel aufgehalten werden muss. Eine Andere erzählte aufgebracht von Zahnseide…früher noch nachfüllbar, ist die Verpackung heute ein Wegwerfprodukt geworden. Die Bühne grenzte direkt an ein Café der Lebenshilfe und die Menschen die dort ihren Kaffee tranken waren unsere besten Zuschauer. Die Lebenshilfe freute sich sehr über unser Stück und spendierte jedem von uns als Dankeschön einen Kaffee. Ein Zuschauer beschwerte sich daraufhin, warum wir denn aus „Coffee to go Bechern“ trinken würden?! Das wäre doch nicht sehr konsquent…Wir schüttelten nur den Kopf und versuchten uns nicht darüber aufzuregen.

Kurz vor dem Mittagessen, zu dem wir von unseren Gastgebern eingeladen wurden, fiel uns ein, dass wir vergessen hatten ein neues Parkticket für unseren PKW zu kaufen. Panisch rannten wir zurück zum Auto, um erleichtert festzustellen, dass noch kein Zettel auf der Windschutzscheibe flatterte. Das Mittagessen war sehr lecker, obwohl es im Restaurant ein kleines bisschen chaotisch zuging und wir teilweise mehrmals bestellen mussten, bis jeder hatte was er wollte.

Den Großteil unseres Nachmittages verbrachten wir mal wieder im Auto. Es war seltsam für Einige, da wir oft sehr nah am Zuhause vorbeikamen. Es war total unwirklich mitten auf dieser Tour plötzlich die Gegend um sich herum zu kennen. Bei Ellenas Eltern machten wir spontan einen Zwischenstopp und durften sogar eine Tüte voll frischer Tomaten aus dem Garten mitnehmen. Den Besuch verbanden wir gleich mit einem Großeinkauf für das Wochenende, da wir zwar eine Bleibe haben, aber nicht so wie sonst bekocht werden würden. Es dauerte Ewigkeiten, obwohl wir nur zu viert waren, aber am Ende hatten wir einen Wagen voller losem Gemüse, weswegen uns die Menschen in der Schlange verwundert anstarrten. Währende der restlichen Fahrt zeigte sich die Sonne beim untergehen nochmals von ihrer schönsten Seite, bevor wir in der Dunkelheit in Lorch auf dem Pferdehof ankamen.

Nachdem wir unser Gepäck ausgeladen und noch eine Runde Gruppengekuschelt hatten, wartete eine warme Kürbissuppe auf uns, die (sehr interessant! mit Meerrettich gewürzt war). Wir erfuhren von unseren Gastgebern über eine Atomwaffenstationierung in Mutlangen ganz hier in der Nähe und darüber, wie sie selbst dagegen gekämpft hatten. Richtige Aktivisten hatten wir hier vor uns…irgendwie verfolgt uns das;)

Es war super endlich einmal wieder ausschlafen zu dürfen! Trotzdem waren einige schon früh aktiv. Beim Yoga auf der Terrasse, Joggen im Wald oder Brötchen holen in der Stadt. Bis zum Frühstück um elf waren wir dann sogar schon fertig mit Ponys putzen. Das Angebot eine Runde zu reiten hätten wir gerne angenommen, aber bis wir fertig gegessen hatten war schon wieder Mittagessenszeit. Nachdem wir spontan ein Lied gedichtet hatten, teilten wir uns auf. Die eine Gruppe spazierte zum Mittelaltermarkt im Kloster Lorch, während die anderen den Badesee bei Plüderhausen unsicher machten. Die frische Luft und Abgeschiedenheit hier draußen genossen wir sehr und die Natur um uns herum war sehr erholsam.

Jetzt können wir Morgen hoffentlich wieder gestärkt durchstarten in die zweite Woche!

 

 

Herrliches Herborn

Während wir uns noch in Wohnzimmer und Küche zusammen fanden, kroch die Sonne langsam über den Horizont und bahnte sich ihren Weg durch den Nebel. Der Tag versprach gutes Wetter! Mit guter Laune waren wir alle wieder dabei, obwohl einige behaupteten in einer Kaltluft Schneise geschlafen zu haben…

Es war Markttag in der schönen Altstadt und wir durften unseren Sprinter direkt neben einem schönen Springbrunnen aufbauen. Wir waren Teil des Aktionstages „Klimawandel und Gesundheit“, der von der AAK (Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind) organisiert wurde. Die Stadt, oder besser gesagt das Städtchen, mit den schönen Fachwerkhäusern und seiner Burg, waren voller als gedacht und unser Publikum das beste das wir bis jetzt hatten. Die ganzen lustigen Szenen, die wir uns ausgedacht hatten, bekamen endlich ihre Würdigung und Viele standen lachend vor der kleinen Bühne. Ja, wir hatten wenig Platz, aber das machte alles nur gemütlicher und es war schön das Publikum so nah bei uns zu haben. Sogar der Bürgermeister und Nette, eine Liedermacherin ( und sehr überzeugte Veganerin;)) nutzten unsere Bühne ebenfalls. Kaffee und eine Toilette fanden wir in der hohen Schule, wo auch weitere Stände von verschiedenen Vereinen und Verbänden aufgebaut waren. Nach Köln hatte dieses kleine Herborn irgendwie etwas von einer Entspannung durch seine Gemütlichkeit. Auch ein kleiner Spaziergang im Bademantel durch die Gassen, am Fluss vorbei oder eine Pause in einer Hängematte bei der Burg waren zeitlich noch irgendwie rein zu quetschen. Aber Abends waren wir dann nochmals gefragt. Bei einem Vortrag, der als „Webinar“ ausgeschrieben war, erfuhren wir noch mehr über Klimawandel und seine gesundheitlichen Folgen und waren sehr erfreut als wir merkten, dass wirklich (fast) alle der erwähnten Punkte in unserem Stück aufgegriffen werden. Und das in dreißig Minuten! Ohne langweiligen Vortrag! Einzelne Personen hatten uns auch schon wieder angefragt ob wir das Stück denn verkaufen oder ob man uns buchen kann?…

Nachdem wir uns fast verlaufen hätten, kamen wir spät nach dem Vortrag wieder bei Günter und Marianne an und futterten noch ein paar Salzstängel, bevor sich alle in ihre Schlafsäcke verkrochen. Keine Fahrt heute! Nochmal die gleiche Bleibe. Dass machte die Sache doch auch eindeutig entspannter.